Gerd Herzogenrath
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Meine Motivation

Wie kam ich zur Astronomie?

Im Alter von drei oder vier Jahren, ich habe nicht mehr viel Erinnerung an diese Zeit, machte ich mit meinem Opa einen Abendspaziergang. Ein heller Stern über dem gegenüberliegenden Hausdach erweckte meine kindliche Aufmerksamkeit. Auf meine Frage hin bekam ich von Opa die Antwort: "Ein Stern." "Und was ist ein Stern?" fragte ich, nur um festzustellen, dass Opa dies offenbar auch nicht so genau wußte. Und so zogen wir denn unseres Weges fürbaß und ich vergaß die Sache für eine ganze Weile.

Einige Jahre später, in der Kölner Volksschule Lochnerstraße, bekamen wir eines schönen Tages eine Klassenbibliothek, extra für Schüler ab dem dritten Schuljahr. Und dann sah ich es, ein Buch über Astronomie, aus der damals bekannten TIME-LIFE-Serie. Der genaue Titel ist mir nicht mehr

erinnerlich, wohl aber der Inhalt: Photos von kleinen und großen Teleskopen, besser noch,schematische Diagramme zur Funktionsweise von Linsen- und Spiegelfernrohren und all jenenschönen Bildern des damals größten Teleskopes der Welt, des 5-Meter Hale Spiegels auf dem Mount Palomar.

Das war sicherlich der Stoff, aus dem Astroträume gemacht werden!

Nach den ersten erfolglosen Teleskopselbstbauprojekten kam dann ein 30x30mm Robinsonfernrohr zum Geburtstag. Das war schon viel besser als meine frühen selbstgebauten Frankensteinprodukte aus Plastiklinsen und zerbrochenen Haushaltsspiegeln.

Nachdem ich den Holzhocker meiner Tante  mittels einer Laubsäge in ein provisorisches Stativ verwandelt hatte, konnte ich damit bereits interessante 'Entdeckungen' verbuchen. Auch die, daß meine Tante wenig begeistert war, ihren Lieblingshocker an die Wissenschaft verloren zu haben.

Und am folgenden Weihnachtsfest brachte mir Oma, in Vertretung des Weihnachtsmannes, mein erstes richtiges, sprich astronomisches Fernrohr. Ein Tasco/Neckermann Refraktor 60/910mm, mit jeder Menge Zubehör. Alles auf einer soliden, azimuthalen Gabel mit einem festen Metallstativ. Oh Mann, da war es endlich, das lange ersehnte Tor zum Universum! Und wie auch heute noch üblich herrschte sechs Wochen lang danach Sauwetter...

Dann folgte mein Eintritt in den Verein der Volkssternwarte Köln und bald waren wir eine Clique von etwa Gleichaltrigen, die zusammen ihre ersten Astroabenteuer erlebten.

Einige Jahre später ging ich dann zwecks Studium nach Furtwangen im Hochschwarzwald. Dort war ich von den Teleskopen der Volkssternwarte abgeschnitten. Es begann dann während des Studiums mit einem Vixen Refraktor 80/1200mm auf einer Polaris-Montierung vom Astro-Versand im nahegelegenen Tübingen und setzt sich bis heute in der üblichen Rüstungsspirale fort. Mittlerweile bin ich bei einem 14-Zöller angelangt, der mir aber mittlerweile viel zu schwer zum Herumschleppen ist.

Inzwischen bevorzuge ich, ua. auch wegen Rückenproblemen, wieder kleine Fernrohre. Mein Outdoor-Liebling ist ein 80/480mm Rich-Field-Refraktor, der wahlweise auf einer azimuthalen Schwenkeinheit (Vixen Porta), einer GOTO-Montierung (Meade DS-2000 oder SkyWatcher EQ-5) oder einer parallaktischen Mini-Knicksäule ("Güssowskop") eingesetzt wird. Auf einem stabilen, preiswerten Vermessungsstativ oder den Metallstativen von SkyWatcher oder einer Badener Montierung ist dies jeweils eine optimale Kombination, je nach erforderlicher Arbeitshöhe, die innerhalb kürzester Zeit auf- und wieder abgebaut ist.

Mein Hauptinteresse gilt unserm guten, alten Mond, dessen Beobachtung mich nicht einmal zwingt, dunkle Gefilde aufzusuchen. Mondbeobachtung kann man von jedem Ort mit freier Sicht, sogar aus hellerleuchteten Großstädten, erfolgreich betreiben. Unser Garten erlaubt mir da ein komfortables Arbeiten mit dem Getränkekühlschrank, Stromanschlüssen und Internet in Reichweite und minimalen Rüstzeiten für die Geräte.

Hauptsächlich beobachte ich visuell, das Schauen der himmlischen Objekte mit den eigenen Augen hat für mich immer noch den größten Reiz. Gelegentlich komme ich auch dazu, dieses Schauen mit Papier und Bleistift in einer Skizze festzuhalten, die ich dann am Folgetag, wenn die Erinnerung noch frisch ist, am Computer in eine Reinzeichnung umsetze. Und, ebenfalls gelegentlich, photographiere ich auch durch mein Fernrohr.

Meine Emailadresse lautet: observatory 'at' coyote-point-observatory.de

Pferdekopfnebel
Innerer Kern des Orion-Nebels